Kippsattelzüge erfüllen viele Bauanforderungen
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Jahrelang boomte die Baubranche. Vor allem in Zeiten der Niedrigzinspolitik. Doch die fetten Jahre der Null-Zinspolitik sind seit Mitte 2022 vorbei. Seitdem hatte die Europäische Zentralbank EZB die Leitzinsen wieder sukzessiv bis über vier Prozent angehoben. Auch wenn die Zinsen seit Mitte 2024 wieder fallen und aktuell einen Wert von knapp drei Prozent erreicht haben, hilft das vielen Investoren wenig. Baukredite sind nach wie vor teuer. Hinzu kommen weitere Gründe für sinkende Auftragseingänge im Industrie-, Wohnungs- und Eigenheimbau. Anhaltend hohe Materialpreise, teils Lieferengpässe für Baustoffe sowie die hohen Bau- und Finanzierungskosten, teils durch strengere Klima- und Umweltauflagen, führen vielerorts zu Auftragsstornierungen und zu einer allgemein schlechten Stimmung im Markt. Eine nachhaltige Erholung kann nur durch gezielte politische Maßnahmen, stabile Materialpreise und eine verbesserte Finanzierungssituation für private und öffentliche Investoren gelingen.
Transporteffizienz steigern
Um aus dem Tal zu kommen, muss die Branche die hohen Baustoffpreise und besonders deren extremen Schwankungen in den Griff bekommen, dem Fachkräftemangel vom Handwerker bis zum Bauingenieur begegnen und die Effizienz erhöhen. Helfen können dabei Nachhaltigkeit durch Wiederverwendung von Baumaterialien, durch Digitalisierung der Betriebs- und Logistikprozesse mittels Künstlicher Intelligenz (KI) und Robotik sowie Innovationen und kluge Transportlösungen, wie sie auch Schmitz Cargobull mit seinem modernen Sattelkipper S.KI anbietet. Solche modernen Kipper transportieren schnell und sicher überall hin und laden zielgenau ab. Sie lassen sich leicht handhaben und bieten eine hohe Tragfähigkeit. So können Bauunternehmer Produktivitäts-, Effizienz- und Sicherheitsvorteile erzielen. Serielles Bauen, modulare Bauweise, 3D-Druck im Bau und Recycling von Baustoffen sorgen ebenfalls für mehr Wirtschaftlichkeit. Besonders das Recyceln kann dazu beitragen, kostentreibende Leerfahrten der Sattelkipper zu minimieren.
Recyclen von Baumaterialien
In der Regel bringen geländegängige Kipper – unabhängig ob Motorwagen-Kippaufbau mit maximal 23 m3 Ladevolumen oder Kippsattel mit 24 m³ und mehr Ladevolumen – lose Schüttgüter wie Erde, Sand, Kies, Gestein, Asphalt oder Bindemittel zur Baustelle, müssen aber nach dem Abkippen wieder ohne Beladung zurückfahren. Das Recyclen und Wiederverwerten von Baumaterialien an Ort und Stelle kann solche Leerfahrten stark reduzieren, was Dieseltreibstoff und CO2-Emissionen spart. Von den in Deutschland angefallenen über 200 Millionen Tonnen mineralischer Bauabfälle werden nach Mitteilung der Initiative Kreislaufwirtschaft Bau aktuell über 90 Prozent wiederverwertet. Beispielsweise lassen sich mit Kaltrecyclern Asphaltbeläge vor Ort aufbereiten, indem der vorhandene Belag abgefräst, granuliert und mit Hilfe von angelieferten Zuschlagstoffen wie Bitumen für den direkten Wiedereinbau aufbereitet werden.
Breites Kipper-Angebot
Für den Transport der Baustoffe kommen Kipper mit Rund- oder Kastenmulde in Stahl- oder Aluminium-Bauweise sowie in verschiedenen Längen, Bordwandhöhen und Materialstärken zum Einsatz. Schmitz Cargobull bietet mit seinen Sattelkipper S.KI SOLID, S.KI LIGHT und S.KI als Heavy-Duty-Kipper in Standard-, Volumen- oder Thermoisolier-Ausführung ein breites Spektrum an. Zusätzlich sind auch M.KI Hinterkipper für Motorwagen im Programm. Der jüngst optimierte Kippsattel S.KI SOLID mit Stahlrundmulde ist bis zu 280 Kilo leichter geworden, was mehr Zuladung bedeutet und die Transportkosten pro Tonne senkt. Der Unterfahrschutz aus hochfestem Stahl lässt sich in der elektropneumatischen Variante bequem und sicher vom Fahrerplatz oder per Knopfdruck am Trailer steuern. Moderne Kipper lassen sich generell einfach bedienen und besitzen oft ein intuitives Steuerungssystem.
Gleichzeitig sind die Kipper-Fahrzeuge von Schmitz Cargobull als robust, langlebig und relativ leicht bekannt. Für mehr Sicherheit verfügen die Kippsattel auf Wunsch über eine Lade- und Rückraumüberwachung, ein digitales Onboard-Wiegesystem. Serienmäßig sie sind sie mit einem Reifendruckkontrollsystem inklusive Autolocation-Funktion ausgestattet. Die Schmitz Cargobull Telematik ermöglicht zudem die Übertragung der Daten ins TrailerConnect®-Portal, wo sie sofort in Echtzeit zur Weiterverarbeitung bereitstehen sowie für eine bessere Überwachung der Fahrzeugleistung und des Transportstatus sorgen.
Leistungssteigerung durch Digitalisierung
Mit Hilfe digitaler Flottensteuerung und Konnektivität können Bauunternehmer den Einsatz ihre Baufahrzeuge flexibel planen, Maßnahmen zur Leistungssteigerung umzusetzen, Tankrhythmen optimieren, Standzeiten verringern und mehr Transparenz herstellen. Die tägliche Koordination von Baufahrzeugen, Baumaschinen und Mannschaft ist ohne Telematik kaum noch zu bewältigen. Moderne Fuhrparksteuerungsprogramme managen Mensch und Maschine für einen ganzheitlichen Ansatz. Das bringt Leistungs- und Kostentransparenz in den eigenen Betriebsprozessen und Strukturen. Transparenz ist zur Identifikation von Einsparpotentialen nötig, was letztendlich die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens sichert.
E-Mobilität im Kipper-Einsatz
Darüber hinaus dürften Kipper-Transporte künftig leiser, klimagasfrei und wirtschaftlicher werden. Zahlreiche Lkw-Hersteller bringen sukzessiv klimafreundliche Lkw und Sattelzug-maschinen mit Elektroantrieb auf den Markt, die teils schon mit Kipphydraulik ausgerüstet sind. Der Weg zum E-Kippsattelzug mit Dekarbonisierungseffekt dürfte nicht mehr weit sein. Erste Erfahrungen mit E-Lkw zeigen, dass ihr Energieverbrauch für die gleiche Transportleistung nur noch halb so hoch wie mit Diesel-Trucks ist. Zusammen mit der Mautersparnis in Deutschland sollen sich die höheren Anschaffungskosten solcher batterieelektrischen Lastzüge schnell amortisieren.
E-Ladeinfrastruktur in Baustellen
Noch sind die E-Lkw zirka zweieinhalb Mal so teuer wie dieselgetriebene Zugmaschinen. Noch gravierender für Transportunternehmer ist die derzeit mangelhaft ausgebaute Ladeinfrastruktur. Insbesondere in Baustellen dürfte das Nachladen in der Fahrpause aufgrund fehlender Ladesäulen kaum möglich sein. Ändern könnte sich das, wenn mehr und mehr Baumaschinen vor Ort auch batterieelektrisch angetrieben werden, die ebenfalls mobile Ladekapazitäten benötigen. Alternativ wird schon mit Brennstoffzellen-Lkw und Lastwagen mit H2-Verbrenner experimentiert, die in den nächsten Jahren serienreif werden könnten und sich unter Umständen für Schüttguttransporte abseits der Straße noch besser eignen würden. Sie versprechen zumindest aufgrund der fehlenden schweren Fahrbatterien eine höhere Zuladung, was häufig das A und O in der Baubranche ist.